der Krebs mein Leben kapert und über mein Sterben bestimmt.

Was wäre wenn...

der Krebs mein Leben kapert und über mein Sterben bestimmt.

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Und siehe da, da sind wir schon mittendrin, in meinem Thema "Leben und Lebendigkeit". Und sicher trägt mein Blog, mein "neues Baby" oder "neues Projekt" dazu bei, dass ich mich besser fühle und zuversichtlich bleibe.

Hier könnt Ihr meine bisherige Geschichte und den Leidensweg mit meinem "parasitären Scheiß  Sausack" nachlesen.

Mein Name ist Christine. Ich bin inzwischen stolze 51 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von 19 und 20 Jahren.

2015 habe ich die niederschmetternde Diagnose Magenkrebs erhalten. Ausgerechnet ich, immer gesund und bewegungsfreudig, sportlich, schlank, mit einem tollen Job als Gruppen- und Einzeltherapeutin in einer Klinik für abhängigkeitskranke Menschen. Ich war immer mitten im Leben, immer positiv eingestellt und hatte ein glückliches Leben. 

Für diesen Krebs war ich zu jung und hatte das falsche Geschlecht.  Es war Magenkrebs, und inzwischen hatte ich diverse Tumore an Magen, Nebenniere, Gebärmutter und nun Krebs an der Bauchspeicheldrüse. Der Einfachheit halber bin ich dazu übergegangen, einen Sammelbegriff für diese Tumorteufel zu benutzen, also heißt mein Krebs nur noch  "Sausack".

Was stimmte nicht mit mir, was hatte ich in  meinem Leben falsch gemacht? Wo hätte ich was anders machen müssen? Wo bin ich wann in Richtung Krankheit abgebogen? Hatte ich nicht rechtzeitig auf meinen Körper und meine Seele gehört? Nahm ich mich überhaupt ernst? Wofür war das die Strafe? War die Trennung von meinen Exmann und Vater unserer zwei Kinder schuld? Ich hatte so viele Fragen und keine Antwort.

Die Zeit nach der Diagnose war furchtbar. Wie sollte ich es meinen Eltern, Geschwistern und Freunden sagen?        Etwa:" Ey, hab zwar Krebs, aber alles ist super!" oder " Ich möchte Euch nicht stören bzw. verunsichern, aber ich bin an Krebs erkrankt!" oder " Leute, es tut mir leid, aber ich bin an Magenkrebs erkrankt. Der Weg wird lang und hart, aber ich mach das schon!".

Die Chemo lief damals in Zyklen. Meiner dauerte drei mal drei Wochen vor der Magenresektion und drei mal drei Wochen nach der Operation. Eingeleitet wurden diese Zyklen stationär, der Rest lief über eine Dauerpumpe, die wöchentlich ausgetauscht wurde. 

Mein Mann hat ganz klassisch nach der Diagnose bei meinen Eltern im klassischen Stil bei Traumwetter und leckerem Essen um meine Hand angehalten, mit Kniefall und Rede und der entscheidenden Frage an die Braut❤😍. Also heirateten wir in der Chemopause vor der OP, so dass ich unser Essen noch genießen konnte.

Die Chemo nach der OP war extrem belastend, aber ich war schon immer eine Kämpferin und ich habe langsam gelernt, mit den Einschränkungen zu leben. Einige Monate nach Chemo und OP ging ich in eine Super Reha. Anfangs war ich skeptisch, weil dort ja "nur Krebskranke" waren und ich mich nicht runterziehen lassen wollte. Allerdings waren die Leute supernett, und bis heute habe ich Kontakt zu meiner Lieblings-Nadine (😚). Das ganze Team, die Stimmung im Haus, die vielen Anwendungen, die Unterkunft und das Essen waren spitze 👍. Sogar arbeiten ging wieder, nachdem ich wieder eingegliedert worden war. Das Leben hatte mich wieder!!! Ätsch, Du blöder Sausack!

Mein Mann und ich fingen an, unsere Träume zu verwirklichen. Ich war wirklich zufrieden und optimistisch. Wir schafften uns einen Eifeler Senfhund aus der Eifel (sag ich so gerne, weil sie uns als Rhodesian Ridgeback/Labrador angepriesen wurde, was die Mutter auch war, der Vater war jedoch eine Mischung aus Rottweiler, Dobermann, Sennenhund und noch vielen anderen Rassen😅; irgendwann muss da aber auch mal ein Pinscher drüber gehuscht sein, denn unsere Süße hat in meinen Augen so gerade die Höhe eines Hundes erreicht, 57 cm Schulterhöhe, ein wunderschönes, kraftvolles Hundedämchen ist aus ihr geworden!). Und Senfhund, weil halt jeder seinen Senf dazu beigetragen hat😂. Wir bauten ein Haus nach unseren Wünschen, wir machten als Hochzeitsreise eine Kreuzfahrt in die Karibik, wir kauften unser Traumauto (zwar gebraucht, aber es passte exakt mit der Farbe, Ausstattung und so zu unserem Wunsch).

2017 bekam die heile Welt dann erste Risse, Wolken zogen auf. Leider wurde ein neuer Tumor an meiner linken Nebenniere plus einem befallenen Lymphknoten entdeckt.

Unter der OP wäre ich fast verblutet, aber ich bin ja eine Kämpferin, sonst könnte ich z.B. hier gar nicht schreiben. Entsprechend lange brauchte ich zur Erholung. ich bekam diesmal noch 26 Bestrahlungen, und danach ging ich wieder zur Reha, aber diesmal in den Schnee und die Berge. Absolut traumhaft dort, und auch hier erfuhr ich tolle Unterstützung und lernte richtig nette Frauen kennen. So gut erholt gliederte ich nochmal ein, aber ich konnte mich nun besser hinsichtlich meiner Belastbarkeit einschätzen und stellte daher auch einen Antrag auf Berentung. Über den wurde sehr schnell entschieden, so dass man mich rückwirkend bis 2019 voll berentete.

Und da ich ja eine Kämpferin bin, entwickelte ich die Idee, onkologische Patienten und deren Angehörige sozialtherapeutisch unterstützen zu wollen. Ich kreierte Flyer, entwarf Visitenkarten, richtete eine Webseite (www.privatprsxis-kerckhoff.de) ein und besprach eine Zusammenarbeit mit meinem Onkologen. Das Logo meiner Praxis ließ ich mir sogar tätowieren, und darauf sprechen mich immer wieder Leute an.

Im Februar 2019 erhielt ich die tolle Möglichkeit, im Akutkrankenhaus auf der Brustkrebsstation meine Hilfen anzubieten, was ich bis heute unglaublich gerne mache. Dort ist ein Super Team und alle sind froh und dankbar um meine Mitarbeit.

Und dann kamen die Schmerzen und ein Untersuchungsmarathon, an dessen Ende ich im Juni diesen Jahres eine Metastase im unteren Becken, die Eierstöcke und den Blinddarm entfernt bekam, zudem erhielt ich eine 90minütige Chemospülung, genannt Hipec, um wirklich alles im Bauchraum abzutöten. Von dieser OP erholte ich mich nicht. Die Ärzte waren superstolz auf ihre Leistung und stellten mir viele krebsfreie Jahre in Aussicht. Ich kam nicht mehr zurecht, konnte nicht essen, hatte wahnsinnige Schmerzen, letztendlich bekam ich Ernährung über die Venen, die aber nicht anschlug. Die Reha konnte nicht helfen, ich wurde immer dünner, ich litt unter zahlreichen Lebensmittelunverträglichkeiten. Klar, der Körper braucht sehr viel Zeit und ich sehr viel Geduld, um sich von diesem Trauma zu erholen. Sagten alle.

Und weil ich eine Kämpferin bin, zog ich bei 37,5 kg dann die Notbremse und ließ mich in das Krankenhaus einweisen, in dem ich alle OP's und fast alle Untersuchungen habe machen lassen. Ins Kkh ging ich am 17.10., aufpäppeln und Schmerzeinstellung war das Thema. Sie machten ein CT und am 19.10. bekam ich das Resultat.

Ich war mir sooooooo sicher.....aber der Tumor ist wieder da!!! Er hat mir die ganzen Probleme gemacht!!! Er hat die Bauchspeicheldrüse befallen, klemmt diverse Nerven ab und hat die Aorta ummantelt. Wegen diesem scheiß Sausack konnte ich nicht essen, hatte Krämpfe, irre Rückenschmerzen usw.  Mein Sausack ist ein hinterlistiges Arschloch, ein Parasit übelster Sorte und das Schlimmste: er war schon im April da, und keiner hat ihn entdeckt. Er ist nicht operabel, was bedeutet, dass er mein Leben beenden wird.

Und weil ich eine Kämperin bin, habe ich wieder mit der Chemo an. Und um mir den Weg möglichst schwer zu gestalten, hat sich hier der Port entzündet und musste letzte Woche entfernt werden Deswegen hing ich insgesamt 17 Tage an der Antibiose- Dauerschleife. 

Nun habe ich gedacht, dass der neue Port am Montag hätte eingesetzt werden und die zweite Chemo schon am Dienstag (heute ist Donnerstag) hätte gegeben werden können, brach am Wochenende ein Infekt über mich ein. Ich hatte Fieber, Schüttelfrost und die Nase leicht verstopft. Zur Sicherheit bekam ich natürlich wieder Antibiotika verabreicht. Seit gestern steht allerdings fest, dass ich zudem einen Pilz im Blut habe, der gerne auch mal die Herzklappen und Augen befällt. Ich war total schockiert. Herzklappen sind ok., die Augen sind bereits betroffen, was eine sofortige Therapie mit Antipilzmittel über die Vene erfordert. Zudem musste der Zvk (Venenkatheder am Hals) gezogen werden, weil der Pilz diesen gerne belagert😱.

Und weil ich eine Kämpferin bin, liege ich nun hier mit Venenzugang auf dem linken Handrücken im Bett und hoffe, dass es doch irgendwann mal gut sein muss! 

Meine Schwester und ich hatten eine Kreuzfahrt ab Dubai gebucht, die wäre morgen gestartet, leider ohne mich. Aber sie fährt mit mir im Herzen und berichtet dann

In meinem Blog möchte ich Euch von meinen Gedanken berichten, von meinem Kampf, denn ich werde es dem Sausack zumindest schwer machen....

Für meine Kinder, die Familie und die Freunde ist es auch richtig hart. Keine Mutter will ihr Kind leiden sehen und keine Mutter möchte ihren Kindern erklären müssen, dass sie sterben wird. Für mich war es furchtbar und hat mir mein Herz zerrissen.

Es gibt kleine Gedankenfunken, wichtige Gedanken, und Momente, in denen ich einfach fassungslos bin.

Ihr könnt mir auch gerne Fragen stellen, die Euch interessieren, oder Rückmeldungen geben.

Ich möchte meinen Blog nutzen, um zu schreiben, vlt gehen auch Sprachnachrichten oder Videos. Leider kenn ich mich in diesem Bereich überhaupt nicht aus und aller Anfang ist bekanntlich schwer, also seid ein wenig nachsichtig, mit der Zeit wird es sicherlich besser.

Ich freue mich nun auf mein neues Projekt und hoffe, dass Ihr mir treu bleibt, meine Seite empfehlt, verlinkt...

Ich bleibe dran, wie immer, liebste Grüße, Eure Christine